Haushaltsbudget erstellen - Schritt 1: Liste deine Einnahmen auf, damit du weisst, womit du wirklich arbeitest

Teil 3: Haushaltsbudget erstellen – aber wo anfangen? Immer bei den Einnahmen. Was wirklich dazugehört und wie du sie richtig auflistest. Schritt 1 erklärt.

Inhalt

Teil 3 der Blogserie: Ein Haushaltsbudget erstellen - Schritt für Schritt

Liste deine Einnahmen auf, damit du weisst, womit du wirklich arbeitest

Du hast dir nun vorgenommen, deine Finanzen zu organisieren. Du holst dir einen Block, einen Stift oder öffnest ein neues Dokument auf deinem Laptop. Du willst anfangen. Dieses Mal willst du wirklich loslegen.

Und dann sitzt du da. Und weisst nicht, wo und womit du anfangen sollst.

Bist du angestellt, ist es nachvollziehbar, wie hoch dein Gehalt ist, dass jeden Monat reinkommt. Oder musst du doch eher bei den Ausgaben beginnen? Oder bei den Fixkosten wie den Versicherungen, dem Handy-Abo, der Miete? Bei dem, was am Ende des Monats übrigbleibt, oder eben nicht? Du scrollst durch ein paar Apps, schaust kurz auf die letzte Abrechnung, und irgendwie fühlt sich das Ganze schon wieder eine Nummer grösser an als gedacht. Leichte Überforderung und Frust machen sich in dir breit. Du klappst den Laptop zu mit dem Gedanken: Mache ich am Wochenende.

Lösung: Dein Startpunkt ist immer derselbe: zuerst die Einnahmen.

Warum Einnahmen und nicht Ausgaben oder Fixkosten der richtige Einstieg sind

Die meisten starten ihr Haushaltsbudget bei den Ausgaben. Das fühlt sich logisch an, schliesslich ist das der Teil, den man irgendwie kontrollieren will. Aber es ist der falsche Einstieg.

Stell dir vor, du planst eine Wanderung, weisst aber nicht, wo du starten sollst. Gehst du nun zuerst zum Ziel und läufst dann zurück? Nicht wirklich, weil du immer noch nicht weisst, wo du loslegen wolltest. Der Weg dorthin bleibt im Dunkeln, weil du den Ausgangspunkt nicht kennst.

Genau so funktioniert ein Haushaltsplan ohne klare Einnahmenübersicht. Du kannst Ausgaben kürzen, verschieben und optimieren, so viel du willst. Wenn du nicht weisst, wie viel Geld jeden Monat tatsächlich bei dir reinkommt, planst du ins Leere.

Die Einnahmen sind dein Boden. Alles andere baut darauf auf.

Was gehört zu den Einnahmen? Mehr als du denkst

Hier passiert der erste kleine Fehler: Einnahmen werden gleichgesetzt mit Gehalt. Dabei ist das Bild oft vielschichtiger. Insbesondere für uns Frauen im DACH-Raum, die häufig in Teilzeit arbeiten, selbstständig sind, Familienphasen überbrücken oder verschiedene Einkommensquellen kombinieren.

Schauen wir uns das mal genauer an:

Regelmässiger Nettolohn Das ist der Kern. Dein Nettolohn, also was wirklich auf dem Konto landet, nicht was im Arbeitsvertrag steht. Bei Teilzeit: der tatsächliche monatliche Betrag. Bei Selbstständigkeit: ein realistischer Durchschnitt der letzten sechs bis zwölf Monate. Und nein, bitte nicht der beste Monat.

Bonus Weihnachtsgeld Gewinn- oder Umsatzbeteiligung Falls es vertraglich geregelt und ein fester Bestandteil deines Gehalts ist, nimmst du es ins Budget auf. Falls der Betrag schwankt, nimmst du den Durchschnitt der letzten vier Jahre.

Einnahmen des Partners / der Partnerin Wenn ihr als Haushalt budgetiert, gehören beide Einkommen auf den Tisch. Keine Geheimniskrämerei und keine Nebenkassen, kein „das ist meins, das ist deins“, zumindest nicht in diesem ersten Schritt. Ihr plant gemeinsam, also rechnet ihr gemeinsam.

Kindergeld / Kinderzulagen In der Schweiz: Kinderzulagen, in Deutschland und Österreich: Kindergeld. Diese Beträge sind verlässlich und fest. Trotzdem werden sie erstaunlich oft vergessen oder „mental“ dem Einkaufsbudget zugerechnet, ohne je bewusst eingeplant zu werden.

Unterhaltszahlungen / Alimente Falls du Alimente erhältst, gehören diese als monatliche Einnahme in deine Liste. Verlässlich? Dann fest einplanen. Unregelmässig? Dann lieber konservativ schätzen. Setze sie lieber etwas tiefer an und freue dich, wenn du positiv überrascht wirst.

Nebeneinkünfte Vermietung eines Parkplatzes, gelegentliche Aufträge, ein kleines Online-Projekt. Was regelmässig an diesen kleinen Einkünften reinkommt, gehört ins Budget. Was sporadisch kommt, separat notieren und nicht als feste Einnahme einkalkulieren.

Mieteinnahmen oder Kapitalerträge Falls vorhanden: rein damit. Auch hier gilt die Regel: was verlässlich und planbar ist, fliesst in den Grundplan.

Rückerstattungen Hin und wieder kann es vorkommen, dass du Rückerstattungen erhältst. Sei es vom Finanzamt oder aus einer anderen Quelle. Das sind Einnahmen, die nicht planbar sind. Auch hier: separat notieren und nicht als feste Einnahme einkalkulieren.

Brutto oder Netto?

Eine kurze, aber wichtige Klarstellung: Im Budget arbeiten wir immer mit dem Nettobetrag. Also mit diesem Betrag, der nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und allfälligen weiteren Abzügen tatsächlich auf deinem Konto landet.

Der Bruttolohn sieht schön aus. Aber er zahlt dir keine Miete.

Mein Einkommen schwankt - was nun?

Das ist eine der häufigsten und eine berechtigte Frage beim Haushaltsbudget erstellen. Selbstständige, Frauen in flexiblenTeilzeitmodellen, Stunden- oder Saisonarbeit, projektbasiertes Einkommen: hier gibt es keinen fixen Monatsbetrag.

Die Lösung ist jedoch einfach: Rechne mit dem Minimum, nicht mit dem Durchschnitt.

Schau dir die letzten zwölf Monate an und nimm den schwächsten Monat. Das ist deine Planungsbasis. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Puffer. Und wie wir im letzten Artikel erfahren haben, sind Puffer gut. Puffer geben dir Luft zum Atmen.

So listest du deine Einnahmen auf und zwar ohne Budget App

Du brauchst dafür keine spezielle Bezahl-App, kein kompliziertes System und kein Premium-Haushaltsbudget-Abo. Ein Blatt Papier, oder wenn du lieber mit Google Sheets arbeitest, eine simple Tabelle reicht.

Schreibe dir für jeden Monat deine Einnahmenquelle und den Betrag auf, der dir netto zur Verfügung steht.

  • Lohn (du): CHF / EUR

  • Bonus (du): CHF / EUR, regelmässig oder variabel

  • Lohn (Partner/in): CHF / EUR

  • Bonus (Partner/in): CHF / EUR, regelmässig oder variabel

  • Kinderzulagen / Kindergeld: CHF / EUR

  • Unterhalt: CHF / EUR, regelmässig oder variabel

  • Nebeneinnahmen: CHF / EUR, regelmässig oder unregelmässig

  • Sonstiges / Rückerstattungen: CHF / EUR

Total Einnahmen: CHF / EUR

Das Total dieser Tabelle ist dein Ausgangspunkt, mit dem du jetzt arbeitest.

Du hast nun die Einnahmen sauber erfasst. Wenn du aber wissen willst, wohin sich dein Geld sonst noch so durch den Monat hindurch still und leise verabschiedet und du tiefer gehen willst: Der Geld-Check - die 12 unsichtbaren Geldlecks, die dir zeigen, wo genau solche (teuren) Lücken entstehen, die dich bis zu 300 Euro pro Monat kosten können.

Eine Zahl, die alles verändert

Es klingt fast zu einfach. Einnahmen auflisten und das war's für Schritt 1?

Ja und Nein.

Denn diese eine Zahl, dein verlässliches monatliches Nettoeinkommen, ist der Moment, in dem Budget aufhört, für dich abstrakt zu sein. Plötzlich ist da eine Zahl, die dir die Realität aufzeigt. Du hast nicht mehr nur ein vages Gefühl und nicht einen ungefähren Betrag im Kopf. Du siehst eine konkrete Zahl, mit der du ab sofort arbeitest.

Und mit dieser Zahl im Rücken verändert sich etwas.

Nicht mehr: „Reicht das irgendwie?“

Die Frage jetzt: „Was mache ich damit?“

Das ist der Unterschied zwischen Reagieren und aktivem Gestalten deiner Finanzen.

War's das schon?

Auf der Einnahmenseite ja. Einfach, nicht? Du weisst jetzt, wie viel Geld jeden Monat bei dir reinkommt. Jetzt geht es darum zu verstehen, wohin es geht, und was davon du gar nicht aktiv entscheidest.

In Schritt 2 schauen wir uns die Fixkosten an: Was sind sie, was gehört überhaupt zu den Fixkosten, wie erkennst du sie? Und warum sie nicht so unveränderlich sind, wie viele glauben.

Niemand liebt Chaos in seinen Finanzen. Willst du einen klaren Finanzaufbau haben und den Überblick über dein Geld behalten, bist du hier richtig.

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