Der häufigste Fehler beim Haushaltsbudget erstellen

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Teil 2 der Blogserie: Ein Haushaltsbudget erstellen - Schritt für Schritt

....und warum dein Plan jeden Monat scheitert

Da! Ich drücke aufs Gas und schnappe mir den freigewordenen Parkplatz vor dem Supermarkt. Puh. Das wäre geschafft.

Es ist wieder einmal mein Wocheneinkauf geplant. Und wer es noch nicht weiss, ich hasse Einkaufen. Ja ich als Frau 😊. Und zwar völlig egal, welcher Natur auch immer. Und doch muss es sein. Ich kann ja nicht nur von Luft und Liebe leben. Obwohl, in meinem Leben kein männliches Exemplar zum Lieben da ist. Was schön wäre. Dann könnte ich ihn schicken. Dann wäre das erledigt. Patricia, du schweifst vom Thema ab…

Also. Ich stehe im Supermarkt. Mit meinem fein säuberlich notierten Einkaufszettel. Eigentlich wollte ich nur „schnell die paar Sachen“ holen. Brot, Milch, Eier, Gemüse, Melone, Waschmittel, Shampoo und zwei, drei andere Dinge.

Doch während ich durch die Gänge laufe, landet mehr in meinem Einkaufswagen als auf meinem Einkaufszettel steht.

An der Kasse dann dieser Moment.

120 Euro

Ich halte inne. Scheisse.

Das war definitiv nicht der Plan gewesen.

Und genau hier beginnt dein häufigster Fehler, den Menschen beim Erstellen eines Haushaltsbudgets machen.

Du planst dein Budget. Dabei machst du einen entscheidenden Denkfehler

Du kennst es sicher. Denn ich kenne es auf jeden Fall von mir selbst. Du machst dir ein Budget. Vielleicht sogar einen Einkaufszettel. Doch an der Umsetzung hapert’s.

Oder noch genauer gesagt:

Wir machen ein theoretisches Budget für ein ideales Leben aus dem Kopf. Das ist aber nicht unser echtes Leben.

Du hast es vielleicht schon mal versucht. Lebensmittel: 500 Euro. Kleidung: 120 Euro. Freizeit: 150 Euro. Das ist alles schön und gut. Sieht auch ordentlich und beruhigend aus. Da gibt es eine unbequeme Wahrheit, und das sage ich dir direkt, weil ich möchte, dass du es verstehst und änderst.

Du budgetierst in Kategorien und vergisst dabei das Leben.

Was meine ich damit? Dein Haushaltsplan erscheint dir auf dem Papier als logisch und strukturiert. Das Leben ist keines von beidem.

Das Leben ist die Geburtstagseinladung deiner Nichte, die du erst am Montagnachmittag für Samstag erhältst. Das Leben ist der September, der früher als gedacht kalt ist und die Kinder brauchen neue Winterjacken, weil die alten definitiv nicht mehr passen. Das Leben ist die Arbeitskollegin, die nach 10 Jahren kündigt, und natürlich organisiert ihr ihr ein schönes Abschiedsessen, du zahlst gerne mit.

Das alles steht nicht in deinem Budget. Es passt auch nicht in eine Kategorie. Und genau deshalb gerät dein Budgetplan jeden Monat erneut in Schieflage, obwohl du dir so viel Mühe damit gegeben hast.

Der Fehler hat einen Namen: fehlender Puffer

Ich sage es dir ehrlich und vielleicht auch ein wenig provokant:

Dein Haushaltsbudget ist eine Wunschvorstellung.

Du planst alles. Du bist grundsätzlich gut im Umgang mit Geld. Weisst, was reinkommt. Der Homo sapiens neigt allerdings dazu, alles zu optimistisch zu planen. Du planst zu wenig ein für das Unplanbare.

Du hast in deinem Budgetplan die Kategorie „Diverses“ oder „Sonstige Auslagen“. Im besten Fall mit 50 bis 80 Euro pro Monat. Und dann kommt dieser Monat und damit das Leben. Und dann werden aus 80 Euro ganz schnell 210 Euro. Das Leben ist völlig unbeeindruckt von deinem Budgetplan.

Es gibt aber eine gute Nachricht. Es hat dir einfach noch nie jemand konkret gezeigt, wie ein realistisches Haushaltsbudget für echte Menschen gebaut wird. Und nicht für Haushalte, die nur auf dem Papier existieren.

Das Problem ist dein gutgemeinter Ansatz

Ich habe das selbst erlebt. Lange dachte ich, ich müsste einfach noch disziplinierter sein, mir noch mehr verbieten, strenger mit mir sein. Es artete fast in einen Wettbewerb aus. Wie wenig Geld gebe ich pro Monat aus, wenn ich auf fast alles verzichte? Kein Shopping mehr, keine Massagen mehr, nur noch 1x im Monat etwas auswärts essen gehen, Ferien auf Balkonien.

Doch das hat nie langfristig funktioniert. Und warum nicht? Weil ich gegen mich und meinen eigenen Alltag geplant hatte. Und das tut weh. Und vielleicht tust du das auch gerade.

Das Leben kostet mehr als du denkst und deshalb gehört es ins Budget

Ein Budget wird nur funktionieren, wenn es ehrlich aufgesetzt ist. Das ist nicht immer schön. Denn dann siehst du vielleicht zum ersten Mal die wirklichen Zahlen.

Das bedeutet:

  • Du planst deine echten Gewohnheiten ein

  • Du gibst deinen Schwächen eine Zahl

  • Du hörst auf, dich selbst zu idealisieren

Und in das Haushaltsbudget gehören eben auch die spontanen Käufe, deine kleinen Belohnungen und auch das „ich hatte einfach Lust darauf“-Dinge. Denn genau hier passiert dein echtes Geldleben.

Was wirklich hilft: Budget erstellen mit dem echten Leben und nicht dagegen

Jetzt kommt der Teil, der sich in den meisten Ohren banal anhört. Du planst nicht mehr gegen dein Verhalten. Du planst mit deinem Verhalten.

1. Rechne realistisch und nicht optimistisch Du schaust hin, was du wirklich ausgibst. Nicht das, was du gerne ausgeben würdest. Wenn du 400 oder 500 Euro zum Beispiel für Lebensmittel pro Monat brauchst, dann steht dort diese Zahl. Punkt. Keine Diskussion und kein Schönrechnen.

2. Plane das Unplanbare ein Ich möchte, dass du dir jetzt, nicht irgendwann, die letzten sechs Monate anschaust. Nimm keinen Rotstift, keine Selbstkritik nur echte Neugier. Was taucht immer wieder auf, dass „eigentlich nicht geplant war“? Der Schulausflug? Der Zahnarzt? Shopping bei Amazon? Das spontane Wochenende mit deinen Freundinnen? Das ist dein wirkliches Leben. Und es hat ein Muster, ich verspreche dir das.

3. Gib dem Unplanbaren einen festen Platz Nenn es wie du willst: Pufferkonto, Spassgeldkonto oder der „Das-was-immer-kommt“-Topf. Der Name ist egal. Was zählt ist, dass dieser Topf jeden Monat einen fixen Betrag zugewiesen bekommt. Und zwar einen, der realistisch ist. Nimm bitte nicht 40 Euro wenn du ausgerechnet hast, dass es 150 Euro im Schnitt sind. Leite deine ehrliche Zahl aus Schritt 2 ab. Das fühlt sich vielleicht erstmal schmerzhaft an („das ist ja enorm viel!“). Doch gleichzeitig ist es die erste echte Entspannung, die du in deinem Budget je gespürt hast.

4. Überprüfe regelmässig aber bestrafe dich nicht Du wirst Monate haben, in denen der Puffer aufgebraucht sein wird. Das ist nicht Scheitern deines Plans, sondern das ist sein Sinn. Und schaue am Monatsende darauf ohne gleich alles zusammenstreichen zu wollen. Wie fühlt es für dich an? Passt es: Wunderbar. Wenn nein: Wo kann ich fürs nächste Mal nachjustieren?

Das nennt sich echte Finanzplanung.

Und was ist mit dem grossen Ganzen?

Vielleicht denkst du jetzt: „Okay, der Puffer, das leuchtet mir ein. Aber eigentlich weiss ich immer noch nicht, ob mein Budget überhaupt grundsätzlich stimmt.“

Der Puffer löst das akute Problem, nämlich dein monatliches (Durch)Stolpern. Aber darunter liegt oft noch etwas anderes: Ein Budget, das nie wirklich auf dein Leben zugeschnitten wurde. Das vor Jahren irgendwie mal entstanden ist, vielleicht als du noch eine andere Lebenssituation hattest, andere Ausgaben, andere Prioritäten.

Ich kenne Frauen, die seit Jahren „irgendwie über die Runden kommen“, oder „es wird dann schon irgendwie gehen“, aber nie das Gefühl haben, wirklich anzukommen. Nie das Gefühl haben, dass das Geld für sie arbeitet. Nie dieses ruhige, solide Vertrauen haben: Ich weiss, was ich habe. Ich weiss, was ich ausgebe. Und ich weiss, wohin ich will.

Nun, das ist möglich. Wirklich.

Ein letztes Wort von Herzen

Das Thema Geld ist mit Emotionen aufgeladen. Und Frauen schauen beim Thema Finanzen ordnen nicht selten gar nicht hin. Sie schämen sich für ihren Umgang mit Geld. Sie denken, andere bekommen das irgendwie hin, nur ich nicht. Die anderen sind disziplinierter, konsequenter, cleverer.

Nein. Die anderen haben auch ein Leben. Auch unerwartete Ausgaben und auch Monate, in denen es nicht aufgeht. Aber vielleicht haben sie etwas gelernt, oder jemanden gehabt, der ihnen gezeigt hat, wie man ein Haushaltsbudget baut, in dem das Leben wirklich Platz hat.

Das kannst du auch lernen.

Fang noch heute mit dem Puffer an. Schaue dir die letzten sechs Monate an, leite deine Zahl ab, und gib dem Unplanbaren endlich den Platz, den es in deinem Leben schon längst einnimmt.

Du wirst staunen, wie viel ruhiger sich das anfühlt.

Weiter geht es mit Teil 3: Der häufigste Budgetfehler und wie du ihn vermeidest.

Niemand liebt Chaos in seinen Finanzen. Willst du einen klaren Finanzaufbau haben und den Überblick über dein Geld behalten, bist du hier richtig.

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